Ivan Radosevic über effektive Personalentwicklung mit Coaching, Mentoring und kollegialer Beratung

Ivan Radosevic über effektive Personalentwicklung mit Coaching, Mentoring und kollegialer Beratung

Ivan Radosevic informiert über Coaching, Mentoring und kollegiale Beratung und die Einsatzmöglichkeiten.

Ivan Radosevic gibt einen kurzen Einblick über die heute in Unternehmen möglichen Methoden zur individuellen Entwicklung, nennt die Unterschiede und die Einsatzmöglichkeiten.

Die Maßnahmen der individuellen Personalentwicklung nehmen einen immer höheren Stellenwert in den Unternehmen ein, weiß Ivan Radosevic. Die Zahlen verschiedener Untersuchungen belegen, dass es in den kommenden Jahren einen starken Zuwachs hinsichtlich der individuellen Unterstützung in Form von Coaching, Mentoring oder Einzelberatung geben wird. Dabei soll die individuelle Entwicklung der einzelnen Personen im Vordergrund stehen. Doch das Angebot an Methoden der Einzelberatung ist vielfältig und nicht immer übersichtlich. 

Daher nachgefragt bei Ivan Radosevic: 

  • Was unterscheidet Coaching von Mentoring?
  • Was sind die Gemeinsamkeiten von Coaching und Mentoring? 
  • Was ist kollegiale Beratung?
  • Wann sind Coaching und wann eine kollegiale Beratung sinnvoll?

Was Unterscheidet Coaching von Mentoring?

Hinter dem Begriff Mentoring verbirgt sich eine sogenannte „Patenschaft“ zwischen einem neuen Mitarbeiter und einer erfahrenen Führungskraft. Diese fungiert als informeller oder formeller Mentor. Die Aufgabe des Mentors ist die Wissensvermittlung und Einführung in die Richtlinien und Regeln eines Unternehmens. Aber auch die Unternehmensziele und Unternehmenskultur gehören dazu, erläutert Ivan Radosevic. Mit einem gezielten Mentoring wollen Firmen die Fluktuation möglichst geringhalten sowie Missverständnisse und Konflikte bei der Integration neuer Mitarbeiter vermeiden. Mentor und Klient stehen sich nicht auf Augenhöhe gegenüber. Es stehen weniger der neue Mitarbeiter als vielmehr die Unternehmensinteressen im Vordergrund. 

Beim Coaching hingegen wird ein externer Berater zur Unterstützung bei bestimmten Problemen oder zur Entwicklung von Lösungsansätzen beauftragt. Dabei fungiert der Coach nur als Berater. Ein Coach unterbreitet keine Lösungsvorschläge oder umzusetzenden Maßnahmen. Ein guter Coach ist in der Lage, den Beratungsprozess so zu steuern, dass der Klient alte Muster kritisch überprüft, neue Strategien erprobt und in sein Verhalten integriert. Coach und Klient begegnen sich auf Augenhöhe. 

Was sind die Gemeinsamkeiten von Coaching und Mentoring?

Trotz der deutlichen Unterschiede fährt Ivan Radosevic fort, kann keine scharfe Trennlinie zwischen Coaching und Mentoring gezogen werden. Vor allem das Fehlen einer allgemeingültigen Definition kann hierfür als Ursache gesehen werden. In der Tat können aber bei beiden Methoden Gemeinsamkeiten ausgemacht werden. So sind beide Methoden ein Entwicklungsangebot für Mitarbeiter mit der persönliche Begegnung im Zentrum. Anders als in klassischen Seminaren und Workshops kann durch die unmittelbare Kommunikation beim Coaching und Mentoring die direkte Begegnung ermöglicht werden. Inhalte werden unmittelbar besprochen und ein vertrauensvoller Austausch gelingt. Im Zentrum beider Methoden stehen die Personen oder Klienten, die persönlichen Fragen und die Entwicklungsbedürfnisse. Weitere Gemeinsamkeiten sind: 

  • Coaching und Mentoring haben nichts mit Psychotherapie zu tun. 
  • Es handelt sich bei beiden Methoden um keine Therapie. 
  • Entstammen ursprünglich dem Profit-Bereich und werden dort vor allem angewendet. 
  • Sowohl im Coaching, aber auch Mentoring fungieren der Coach oder Mentor als Zuhörer und Gesprächspartner. 

Was ist kollegiale Beratung?

Die kollegiale Beratung ist eine Art Beratung im Team, erläutert Ivan Radosevic. Darin werden in einem zeitlich vorgegebenen Rahmen praxisnahe Anliegen zwischen 5 bis 8 Teilnehmern besprochen. Dabei kann jeder Mitarbeiter persönliche Anliegen aus dem eigenen Arbeitsalltag vorstellen. Dafür nennen die anderen Gruppenteilnehmer Ideen, Tipps, Lob und alternative Vorgehensvorschläge. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche kollegiale Beratung ist eine extrovertierte Haltung, die alternative Lösungsvorschläge zulässt. Auch muss jedes Mitglied bereit sein, konstruktiv mit jedem Anliegen umzugehen, so Ivan Radosevic. 

Wann sind Coaching und wann eine kollegiale Beratung sinnvoll?

Je nach den Bedürfnissen muss ein Unternehmen oder Geschäftsführer selbst entscheiden, welche Methode am sinnvollsten ist. Sowohl Coaching als auch eine Beratung haben Vorteile, fährt Ivan Radosevic fort. Allgemein ist Coaching aber eher zu empfehlen, wenn zu bestimmten Problemen Ideen zur Lösung fehlen. Grundsätzlich eignet sich Coaching weniger für große Gruppen, sondern vielmehr für eine individuelle Beratung weniger Personen. Einen Coach zurate ziehen lohnt sich bei…

  • Bei dem Wunsch der persönlichen Weiterentwicklung. 
  • Dem Setzen von mittel- und langfristigen Zielen, den persönlichen Werten entsprechend. 
  • Zur Stärkung der eigenen Kompetenzen. 
  • Zum Aufzeigen anderer Blickwinkel.
  • Etwas Neues in Angriff genommen werden soll, aber die Idee zur Umsetzung fehlt. 

Eine kollegiale Beratung hingegen ist sinnvoll, wenn: 

  • Ein klar definierbares Problem besteht.
  • Das Grundwissen für neue Aufgaben fehlt. 
  • Eine professionelle Außenperspektive fehlt, um Lösungen zu entwickeln. 
  • Um Beratung oder Informationen zu ganz neuen Informationen zu erhalten. 
  • In einem spezifischen Bereich konkrete Ratschläge benötigt werden. 
  • Ein Unternehmen für ein bestimmtes Thema nicht die notwendige Expertise hat, aber die Einstellung einer Fachkraft zu teuer ist. 

Genau wie bei der kollegialen Beratung gibt auch der Mentor bestimmte Lösungen und Handlungsanweisungen vor. Daher eignet sich auch Mentoring eher für den Einsatz bei exakten Problemen oder bei der Hilfestellung und Einarbeitung in neue unbekannte Bereiche, äußert Ivan Radosevic abschließend.