Ivan Radosevic über Outsourcing und wann es sinnvoll ist

Ivan Radosevic über Outsourcing und wann es sinnvoll ist

Ivan Radosevic erläutert, was Outsourcing bedeutet und wann es sinnvoll ist.

Ivan Radosevic beantwortet, für welche Unternehmen Outsourcing sinn voll ist, welche Ziele damit verfolgt werden, wie umfassend das Outsourcing der Personalentwicklung sein sollte und wie die professionelle Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister aussieht.

Immer mehr Firmen lassen externe Dienstleister neue Mitarbeiter für offene Positionen in einem Unternehmen suchen oder die Gehaltsabrechnungen erstellen, berichtet Ivan Radosevic. Besonders beim Personalmarketing und bei der Personalverwaltung arbeiten viele Firmen bereits seit Jahren mit externen Unternehmen zusammen. Nicht selten sind Kosteneinsparungen der Grund dafür. Oft ist aber auch der Wunsch nach mehr Qualität der Auslöser für das Outsourcing. Wir haben bei Ivan Radosevic nachgefragt:

  • Für welche Unternehmen ist Outsourcing sinnvoll?
  • Welche Ziele verfolgen Unternehmen damit?
  • Wie umfassend sollte das Outsourcing der Personalentwicklung sein?
  • Wie sieht eine professionelle Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister aus?

FÜR WELCHE UNTERNEHMEN IST OUTSOURCING SINNVOLL?

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen ohne einen eigenen Bildungs-/Personalentwicklungsbereich, bei denen die Personalentwicklung und Weiterbildung die Aufgabe der Geschäftsführer oder Personalleiter ist, sollten über Outsourcing nachdenken. Besonders, wenn diese Aufgaben zusätzlich zu den eigentlichen Kernaufgaben übernommen werden müssen, erklärt Ivan Radosevic. Ebenfalls interessant ist ein Outsourcing bei: 

  • Unternehmen, die durch eine Umstrukturierung aus einem Großunternehmen entstanden sind und nun mit der Frage konfrontiert werden, ob der Aufbau einer eigenen Personalverwaltung sinnvoll ist. 
  • Unternehmen, bei denen viele Angestellte wegen ähnlicher Tätigkeiten dieselben Kompetenzen benötigen, beispielsweise bei Produktionsunternehmen, Verwaltungen oder Vertriebsorganisationen.
  • Dezentral strukturierten Unternehmen mit unterschiedlichen Niederlassungen. 

Eher ungeeignet ist das Outsourcing der Personalverwaltung für Unternehmen, bei denen die meisten Mitarbeiter mit unterschiedlichen Aufgaben betraut sind und verschiedene Kompetenzen benötigen. Hier würde der zeitliche Aufwand zur Abstimmung mit dem externen Dienstleister den Nutzen übersteigen. Dies gilt auch für Unternehmensbereiche von Großunternehmen, in denen hoch qualifizierte Spezialisten arbeiten, zum Beispiel bei Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, führt Ivan Radosevic aus. 

WELCHE ZIELE VERFOLGEN UNTERNEHMEN MIT OUTSOURCING?

Mit dem Outsourcing verfolgen Firmen die verschiedensten Ziele, weiß Ivan Radosevic. Kleine und mittelständische Unternehmen möchten hiermit vor allem ein kompetentes Personalmanagement einkaufen, das in der Firma fehlt. Bei Großkonzernen hingegen ist der Hauptgrund zwar weiterhin qualitativ hochwertige Mitarbeiter zu beschäftigen, jedoch zugleich Kosten zu sparen. 

WIE UMFASSEND SOLLTE DAS OUTSOURCING DER PERSONALENTWICKLUNG SEIN?

Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, verrät Ivan Radosevic. Dies ist vom Geschäftsfeld sowie der Unternehmensgröße, Struktur und der Unternehmenskultur abhängig. Ein weiterer wichtiger Punkt ist zudem, über welche Kompetenzen das Unternehmen intern bereits verfügt. Abhängig davon kann sich das Outsourcing zum Beispiel nur auf kleine Teilbereiche des Unternehmens beschränken. Es kann aber auch eine ganze Abteilung beinhalten. 

Beim Outsourcing sollte laut Ivan Radosevic aber immer bedacht werden, dass die Qualität der Produkte/Dienstleistungen eines Unternehmens und dessen Innovationskraft stark von der Qualifikation der Mitarbeiter abhängt. Deshalb muss vor jedem Outsourcing genau analysiert werden:

  • Welche Kernkompetenzen hat die eigene Firma?
  • Welche Mitarbeiter/Positionen nehmen eine Schlüsselrolle beim Auf- und Ausbau dieser Kompetenzen ein?

Hieraus können dann Entscheidungen abgeleitet werden, welche Aufgaben das Unternehmen an einen externen Dienstleister übertragen könnte und welche weiterhin intern in der eigenen Firma wahrgenommen werden sollten. Zudem kann damit auch die Frage beantwortet werden, welche Bereiche oder Mitarbeitergruppen outgesourct werden sollen. 

WIE SIEHT EINE PROFESSIONELLE ZUSAMMENARBEIT MIT EINEM EXTERNEN DIENSTLEISTER AUS? 

Hilfreich für eine professionelle Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister ist ein interner Koordinator, der als Ansprechpartner für die Unternehmensmitarbeiter fungiert und die alltägliche Zusammenarbeit mit dem Dienstleister leitet, erläutert Ivan Radosevic. 

Zudem sollten Firmen vor der Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister sicherstellen, dass dieser weiß:

  • Welche Unternehmensziele vorherrschen.
  • Was das Produktportfolio ist.
  • Welche Erfolgsfaktoren entscheidend sind.
  • Welche Pläne und Aufgaben anstehen.

Fehlt dem externen Dienstleister dieses Hintergrundwissen, besteht die Gefahr, dass dieser von den Mitarbeitern des eigentlichen Unternehmens nicht akzeptiert wird.

Zudem sollten die wichtigsten Mitarbeiter des Dienstleisters den Führungskräften des Unternehmens vorgestellt werden. Auch sollten alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Unternehmen darüber informiert werden, welche Ziele mit dem Outsourcing verfolgt werden und welche Aufgaben der externe Partner übernimmt. Mitgeteilt werden sollten auch alle Aufgaben, die weiterhin intern wahrgenommen werden. Nur so entsteht Klarheit hinsichtlich der Aufgabenverteilung, erörtert Ivan Radosevic abschließend.